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Blatt 27 · Ausstattung

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Teamsport-Hersteller: welche Anbieter den Vereinssport beliefern

Welche Hersteller den deutschen Vereinssport bedienen, ist über Jahre stabil; welche Kollektion welche Funktionen bietet, ändert sich jede Saison. Deshalb stehen hier die Anbietertypen und sechs Merkmale, die sich an jedem Katalog prüfen lassen, und kein Ranking.

Fünf gefaltete Trikots übereinander, jedes aus einem anderen Funktionsgewebe: Interlock, Mesh, Rippstrick, Fleece und leichtes Gewebe
Abb. 1 · Fünf Gewebe verschiedener Anbieter: die Familien sind überall dieselben, Grammatur und Ausrüstung nicht.

Vier Typen von Teamsport-Hersteller

Der Typ sagt mehr über die Eignung für einen Verein als die Bekanntheit der Marke.

01

Teamsport-Spezialisten

Hersteller, deren Geschäft überwiegend aus Mannschaftsausstattung besteht, im deutschen Vereinssport etwa Jako, Erima und Hummel.

Stark bei: Breite Größenläufe inklusive Kinder- und Damenschnitte, lange Lieferfähigkeit einer Kollektion, Vereinsshop-Programme.

Grenze: Geringere Markenwirkung außerhalb des Sports als globale Marken.

02

Globale Sportmarken

Anbieter, für die Teamsport ein Segment neben Lifestyle ist, etwa Adidas, Nike und Puma.

Stark bei: Hoher Wiedererkennungswert, technisch fortgeschrittene Gewebe in den oberen Linien.

Grenze: Kollektionswechsel folgen Modezyklen, was die Nachbestellbarkeit über Jahre erschwert.

03

Torwart- und Nischenspezialisten

Anbieter mit Schwerpunkt auf einem Bereich, etwa Uhlsport und Reusch im Torwartbereich.

Stark bei: Tiefe im Spezialgebiet: Polsterung, Handschuhpassformen, Schnitte für eine Position.

Grenze: Kein vollständiger Mannschaftssatz aus einer Hand.

04

Ballhersteller

Anbieter, deren Kern Bälle sind, etwa Derbystar und Select im Fußball und Handball.

Stark bei: Spielbälle in geprüften Ausführungen, klare Trennung von Trainings- und Spielball.

Grenze: Textil nur als Ergänzung, wenn überhaupt.

Was hier bewusst fehlt

Preise, Mindestmengen, Konfiguratorfunktionen und Größentabellen einzelner Marken: sie ändern sich mit jeder Kollektion, und eine abgeschriebene Angabe wäre binnen einer Saison falsch. Die prüfbaren Fragen dazu stehen im Konfigurator-Vergleich.

Sechs Merkmale, an denen sich Hersteller vergleichen lassen

Die ersten drei entscheiden, ob ein Anbieter infrage kommt. Die letzten drei entscheiden zwischen den verbleibenden.

01

Größenlauf

Reicht er von den kleinsten Kindergrößen bis zur größten Herrengröße, und gibt es Damenschnitte? Teamsport-Spezialisten sind hier in der Regel breiter aufgestellt als globale Marken.

02

Lieferfähigkeit

Wie lange bleibt eine Kollektion im Programm? Das ist die Angabe, die über Jahre entscheidet, und die einzige, die man vor der Farbwahl erfragen sollte.

03

Gewebefamilien

Interlock, Mesh, Recyclingpolyester: alle Anbieter arbeiten mit denselben Familien, unterscheiden sich aber in Grammatur und Ausrüstung.

04

Schnittphilosophie

Eng anliegend oder klassisch weit. Sie bestimmt, wie sich die Konfektionsgröße zum Körpermaß verhält, und ist der Grund für die Abweichungen zwischen Marken.

05

Vereinsprogramm

Führt der Anbieter ein Programm für Vereinsshops und Sammelbestellungen? Das ist eine strukturelle Eigenschaft, die sich selten ändert.

06

Torwartlinie

Gibt es abweichende Torwarttrikots innerhalb derselben Kollektion, oder braucht es dafür eine zweite Serie?

Warum der Anbietertyp mehr sagt als der Markenname

Im Verein wird die Herstellerfrage meist als Geschmacksfrage geführt: welche Marke gefällt, welche haben die Nachbarvereine, welche ist bekannt. Für die Ausstattung einer Mannschaft sind das die unwichtigsten Kriterien. Entscheidend ist, welcher Typ von Anbieter dahinter steht, weil daran hängt, ob ein Verein in zwei Jahren noch nachbestellen kann und ob es Schnitte für alle Personen im Kader gibt.

Makroaufnahme von vier Funktionsgeweben direkt aneinander: offenes Mesh, glattes Interlock, Rippstrick und angerauter Fleece
Abb. 2 · Der Vergleich lohnt auf Ebene der Gewebeangabe, nicht auf Ebene des Markennamens.

Teamsport-Spezialisten haben ihr Geschäft auf genau diesen Fall gebaut. Ihre Kollektionen bleiben länger im Programm, weil ihre Kunden Vereine sind und nicht Modekäufer; ihre Größenläufe reichen weiter, weil eine Jugendmannschaft von 128 bis 176 ausgestattet werden muss; und sie führen Vereinsprogramme, weil Sammelbestellungen ihr Normalfall sind. Globale Marken bringen dafür Wiedererkennung und in den oberen Linien technisch bessere Gewebe. Was zählt, hängt davon ab, ob ein Verein ein Bild oder eine Lieferkette braucht.

Die dritte Gruppe wird dabei regelmäßig übersehen: Spezialisten für einen Bereich. Bei Torwartausrüstung und bei Bällen ist die Tiefe eines Nischenanbieters praktisch immer größer als das Angebot eines Vollausstatters, und da beides ohnehin getrennt vom Spielsatz beschafft wird, kostet die Mischung nichts. Wer den Satz beim Spezialisten und die Torwarthandschuhe beim Torwartanbieter kauft, bekommt an beiden Stellen das bessere Produkt und muss nur darauf achten, dass das Torwarttrikot farblich zu keinem der beiden Feldspielersätze passt, siehe Trikotfarben.

Häufige Fragen

Welche Hersteller bedienen den deutschen Vereinssport?

Im Textilbereich vor allem Teamsport-Spezialisten wie Jako, Erima und Hummel sowie die globalen Sportmarken Adidas, Nike und Puma. Bei Torwartausrüstung sind Uhlsport und Reusch verbreitet, bei Bällen Derbystar und Select. Diese Verteilung ist über Jahre stabil, anders als die Kollektionen selbst.

Warum steht hier kein Ranking der Hersteller?

Weil sich das Bewertbare jährlich ändert. Welche Kollektion welche Farben, Mindestmengen oder Konfiguratorfunktionen bietet, ist nach einer Saison überholt, und eine veraltete Bewertung wäre schlechter als keine. Was bleibt, sind der Anbietertyp und sechs Merkmale, die sich an jedem Katalog prüfen lassen.

Was unterscheidet Teamsport-Spezialisten von globalen Marken?

Vor allem zwei Dinge, die für Vereine praktisch zählen: Teamsport-Spezialisten führen in der Regel breitere Größenläufe inklusive Damen- und Kinderschnitte, und ihre Kollektionen bleiben länger lieferbar. Globale Marken bringen dafür mehr Wiedererkennung und in den oberen Linien technisch fortgeschrittenere Gewebe.

Muss die ganze Ausstattung von einem Hersteller kommen?

Innerhalb eines Spielsatzes ja, weil Trikot, Hose und Stutzen farblich aufeinander abgestimmt sind und dieselbe Farbbezeichnung zwischen zwei Marken unterschiedlich ausfällt. Bälle, Taschen und Torwartausrüstung dürfen von anderen Anbietern kommen, ohne dass es auffällt.

Warum weichen Größen zwischen Herstellern ab?

Weil jede Marke eine eigene Schnittphilosophie führt und die Konfektionsgröße nur ein Etikett darauf ist. Der Unterschied kann eine ganze Größe betragen. Belastbar ist deshalb nur der gemessene Brustumfang; siehe Größentabellen.

Sind die Gewebe zwischen Herstellern vergleichbar?

In den Familien ja: alle arbeiten mit Interlock, Mesh und zunehmend Recyclingpolyester. Unterschiede liegen in Grammatur und Ausrüstung des Gewebes, und die schlagen sich in Haltbarkeit und Feuchtetransport nieder. Ein Vergleich lohnt deshalb auf Ebene der Gewebeangabe, nicht auf Ebene des Markennamens.

Welche Rolle spielt das Herstellerlogo auf dem Trikot?

Es gilt nicht als Trikotwerbung und ist unabhängig von den Werbeflächen zulässig, belegt aber Platz, meist die rechte Brustseite, und beeinflusst damit, wo das Vereinswappen sitzt. Die Flächenfrage steht unter Trikotwerbung.

Wie findet ein Verein den passenden Hersteller?

Über die sechs Merkmale oben, in dieser Reihenfolge: Lieferfähigkeit, Größenlauf, Vereinsprogramm, Torwartlinie, Gewebe, Schnitt. Die ersten drei entscheiden, ob ein Anbieter überhaupt infrage kommt; die letzten drei entscheiden zwischen den verbleibenden. Die konfiguratorseitigen Fragen stehen im Konfigurator-Vergleich.

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