Vereinsfarben Direkt zum Blatt

Abschnitt 20 · Ausstattung

Blätter 7

Ausgabe immergültig

Vereinsausstattung beschaffen: von der Kollektion bis zur Pflege

Die Beschaffung einer Vereinsausstattung besteht aus sechs Entscheidungen, und keine davon ist eine Geschmacksfrage: welche Kollektion, ob ein eigener Shop, wer sie mitfinanziert, welche Größen, wie sie gepflegt wird und ob Restposten infrage kommen. Jede hat hier ein eigenes Blatt.

Offene Kiste im Vereinsheim mit gefalteter Vereinsausstattung in Weiß, Dunkelgrün und Magenta

Kein Shop
Kein Angebot

Abb. 1 · Der Zustand, auf den alles zuläuft: eine Kiste fertig konfektionierter Ausstattung im Vereinsheim.

Die Blätter dieses Abschnitts

Jedes Blatt beantwortet eine Entscheidung, die bei der Beschaffung ohnehin ansteht.

21

Vereinsshop

Wie ein Fanshop für den Verein funktioniert, was er kostet, wer ihn betreut, und woran die meisten scheitern.

öffnen

22

Teamwear-Kollektionen

Präsentation, Training, Spieltag, Casual: welche Linie welchen Zweck hat und wie lange eine Kollektion lieferbar bleibt.

öffnen

23

Sponsoring

Beträge, Laufzeit, Werbeflächen und die steuerliche Seite: was in eine Vereinbarung gehört und was nicht.

öffnen

24

Größentabellen

Körpermaße statt Konfektionsgrößen, samt der Abweichungen zwischen den Schnitten der Hersteller.

öffnen

25

Material und Pflege

Polyester, Recyclinggewebe, Mesh: Waschtemperaturen, Trocknerfreigabe und was den Druck zuerst zerstört.

öffnen

27

Hersteller

Wer den deutschen Vereinssport beliefert, welche Gewebe und Schnitte die Anbieter führen und wie weit ihre Größenläufe auseinandergehen.

öffnen

Warum die Reihenfolge über den Preis entscheidet

Fast jede teure Fehlentscheidung bei der Vereinsausstattung entsteht aus derselben Reihenfolge: zuerst wird die Farbe beschlossen, dann ein Modell gesucht, das sie hergibt, und am Ende festgestellt, dass es eine Mindestmenge von fünfzehn Sätzen hat oder in zwei Jahren nicht mehr lieferbar ist. Umgekehrt kostet es nichts. Wer mit der Menge beginnt, schließt die Anbieter aus, die ohnehin nicht liefern können, und trifft die Farbwahl innerhalb eines Feldes, in dem sie umsetzbar bleibt.

Halb gepackte Kartonkiste mit gefalteter Mannschaftsausstattung, Seidenpapier zurückgeschlagen, ein Klemmbrett an der Seite
Abb. 2 · Sechs Entscheidungen enden in einer Kiste. Welche davon zuerst getroffen wird, entscheidet, was die übrigen noch kosten.

Die zweite Größe ist die Bindung, und sie wird fast nie mitbedacht. Ein Satz aus laufender Lagerware ist günstig und schnell, aber an eine Serie gebunden, die der Hersteller irgendwann beendet; dann fehlt im dritten Jahr ein einzelnes Trikot in genau dieser Farbe. Ein konfektionierter Satz kostet mehr und bleibt oft jahrelang nachbestellbar. Welche Seite wichtiger ist, hängt nur an einer Frage: wird nachgekauft oder nicht.

Der dritte Punkt ist die Trennung von Spielkleidung und allem anderen. Trikot, Hose und Stutzen müssen zusammenpassen, farblich zugelassen sein und den Spielbetrieb überstehen: dort lohnt Genauigkeit. Taschen, Bälle, Trainingsjacken und Präsentationskleidung sind dagegen austauschbar und der Ort, an dem sich sparen lässt, ohne dass es am Spieltag auffällt. Wer beide Bereiche in einer Bestellung mischt und gleich behandelt, zahlt für Nebensachen den Aufwand der Hauptsache.

Der vierte Punkt betrifft den Zeitpunkt im Jahr. Eine Beschaffung, die im Mai beginnt, läuft anders als eine, die im Juli beginnt, obwohl beide dieselben sechs Entscheidungen enthalten. Zwischen Bestellung und Lieferung eines konfektionierten Satzes liegen im Sommer regelmäßig mehrere Wochen, weil dann alle Vereine gleichzeitig bestellen, und diese Wochen lassen sich durch nichts verkürzen, was der Verein selbst in der Hand hat. Wer die Größenerhebung in die letzten Wochen der laufenden Saison legt, während die Mannschaft ohnehin zusammenkommt, gewinnt genau den Vorlauf, der später fehlt.

Daraus folgt eine unbequeme, aber nützliche Faustregel: die Reihenfolge dieser sechs Blätter wiegt schwerer als die Sorgfalt bei jedem einzelnen. Ein sorgfältig ausgesuchter Farbton, der zwei Wochen zu spät feststeht, kostet mehr als ein schneller, der rechtzeitig da ist, weil er den ganzen Rest nach hinten schiebt. Umgekehrt lässt sich eine gelungene Beschaffung an einem einzigen Merkmal erkennen: die Farbe wird zuletzt entschieden und trotzdem nicht unter Zeitdruck.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge beschafft ein Verein seine Ausstattung?

Zuerst die Menge, dann die Bindung, dann der Druck, zuletzt die Farbe. Die Menge legt fest, welche Anbieter überhaupt liefern; die Bindung entscheidet, ob in zwei Jahren nachbestellt werden kann; der Druck trägt den Aufpreis. Die Farbe ist die einzige Entscheidung, die sich bis zur Bestellung kostenlos ändern lässt; deshalb steht sie zuletzt, auch wenn sie im Verein zuerst diskutiert wird.

Wie lange sollte eine Vereinsausstattung halten?

Drei bis vier Saisons sind bei wöchentlichem Einsatz eine realistische Erwartung für Spielkleidung, deutlich länger bei Präsentations- und Casual-Linien, die seltener gewaschen werden. Begrenzend ist selten das Gewebe, sondern der Druck: Folienverfahren altern an den Kanten, während das Trikot selbst noch intakt ist.

Lohnt es sich, für mehrere Mannschaften gemeinsam zu bestellen?

Fast immer. Versandkosten fallen einmal an, Rüstkosten im Siebdruck werden geteilt, und die Wahrscheinlichkeit steigt, eine Mindestmenge zu erreichen. Der Preis dafür ist Koordination: alle Mannschaften müssen sich auf dieselbe Kollektion einigen, bevor bestellt wird.

Was sollte über den Kader hinaus mitbestellt werden?

Zwei bis drei Garnituren Reserve. Nicht wegen Verschleiß, sondern wegen Zugang: in fast jeder Rückrunde kommt jemand dazu, und ein einzelnes Nachbestelltrikot kostet den Einzelpreis plus die vollen Rüstkosten für den Druck plus Wartezeit. Der Kostenrechner führt die Reserve deshalb als eigene Zeile.

Muss die gesamte Ausstattung von einem Hersteller kommen?

Nein, aber innerhalb eines Satzes ist es sinnvoll. Trikot, Hose und Stutzen einer Linie sind farblich aufeinander abgestimmt, und dieselbe Farbbezeichnung fällt bei zwei Herstellern unterschiedlich aus. Für Bälle, Taschen und Torwartausrüstung spielt die Marke dagegen keine Rolle für das Gesamtbild.

Wer im Verein sollte die Beschaffung führen?

Eine Person mit Bestellvollmacht, nicht ein Gremium. Praktisch bewährt hat sich die Kombination aus Zeugwart für Größen und Bestand und Kassenwart für Freigabe und Zahlung, mit einem Vorstandsbeschluss über die Farben. Wo eine der drei Rollen fehlt, verzögert sich die Bestellung bis nach dem Saisonstart.

Was kostet die Vereinsausstattung einer Mannschaft insgesamt?

Das hängt an Kadergröße, Umfang der Teile, Druck und Sponsorbeitrag: vier Größen, die der Verein selbst kennt und die kein Listenpreis abbildet. Der Kostenrechner führt sie zusammen und legt den Rechenweg offen, damit die Zahl im Vorstand nachprüfbar ist.