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Gewicht des Gewebes
Bei Judo in Gramm pro Quadratmeter, bei Karate in Ounce. Ein schwerer Anzug hält länger und ist im Sommer unangenehm; für Anfänger reicht die untere Klasse.
Blatt 44 · Sportarten
Ausgabe immergültig
Weiße Ausfertigung · Durchschlag rosa
Kampfsport ist die einzige Sportart hier, in der die Kleidung selbst reglementiert ist statt nur ihre Kennzeichnung. Anzug, Gewebegewicht und Gürtel sind Wettkampfvoraussetzungen, und die Größe folgt der Körpergröße in Zentimetern, mit einem Zuschlag fürs Einlaufen.
Das Gewebe folgt jeweils dem Zweck, und der Ringeranzug ist das genaue Gegenteil des Judoanzugs.
| Anzug | Gewebe | Schnitt | Warum so |
|---|---|---|---|
| Judoanzug (Judogi) | schweres Reiskorngewebe, 550–950 g/m² | weit, verstärkte Nähte, langer Jackenschoß | wird gegriffen und gezogen, deshalb das schwerste Gewebe im Kampfsport |
| Karateanzug (Karategi) | leichtes bis mittleres Gewebe, 8–14 oz | leichter, kürzere Jacke | Bewegungsfreiheit und Schnelligkeit gehen vor Reißfestigkeit |
| Taekwondo-Anzug (Dobok) | leicht, oft mit V-Kragen | schmal, Kragen farblich nach Grad | Beintechniken erfordern maximale Bewegungsfreiheit |
| Ringeranzug (Singlet) | elastisches Funktionsgewebe | eng anliegend, einteilig | darf keine Griffflächen bieten, das Gegenteil des Judoanzugs |
Was vor dem Kampf geprüft wird
Die Maßvorgaben zum Anzug sind keine Empfehlung des Handels, sondern Wettkampfregeln des jeweiligen Fachverbands. Wer einen Anzug für den Wettkampf kauft, kauft ihn gegen diese Texte, nicht gegen eine Größentabelle.
Die ersten drei betreffen die Größe, die letzten drei den Wettkampf.
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Bei Judo in Gramm pro Quadratmeter, bei Karate in Ounce. Ein schwerer Anzug hält länger und ist im Sommer unangenehm; für Anfänger reicht die untere Klasse.
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Anzüge werden in Zentimetern der Körpergröße geführt, nicht in S, M, L. Beim Einlaufen verliert Baumwolle deutlich, weshalb oft eine Größe zugelegt wird.
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Unbehandelte Baumwolle läuft bei der ersten Wäsche merklich ein. Vorgewaschene Ware kostet mehr und behält die Maße.
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Der Gürtel gehört nicht zum Anzug und wird nach Länge gewählt, nicht nach Konfektionsgröße. Er ist der Teil, der über Jahre bleibt, während der Anzug ersetzt wird.
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Für Wettkämpfe gelten Maßvorgaben zu Ärmel- und Hosenlänge sowie zur Jackenweite, die vor dem Kampf geprüft werden. Verbindlich ist die Ordnung des Fachverbands.
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Ein Vereinsname auf dem Rücken ist üblich und im Training frei; für Wettkämpfe begrenzen die Verbände Position und Größe.
In allen Mannschaftssportarten beschafft der Verein einen Satz, der über Jahre identisch bleiben muss, und die Hauptsorge ist die Nachbestellbarkeit. Im Kampfsport ist es umgekehrt: jeder Anzug ist ein Einzelstück, das zu einer Person gehört, und es gibt keinen Satz, der auseinanderfallen könnte. Damit entfällt das größte Risiko der übrigen Sportarten, und Restposten sind hier uneingeschränkt sinnvoll.
Dafür kommt ein Risiko dazu, das die anderen Sportarten nicht kennen: die Kleidung selbst ist Wettkampfvoraussetzung. Ärmel- und Hosenlänge sowie die Weite der Jacke werden vor dem Kampf geprüft, und ein Anzug, der im Training gut sitzt, kann dort durchfallen, meist weil er eingelaufen ist. Baumwolle verliert bei der ersten Wäsche merklich, und wer diesen Effekt bei der Größenwahl nicht einplant, kauft zweimal.
Für den Verein folgt daraus eine praktische Aufteilung. Anfängergruppen fahren gut mit einem einheitlichen Einstiegsanzug im unteren Gewebegewicht, weil er günstig ist, die Beschaffung für Eltern vereinfacht und im Training angenehmer zu tragen als ein schwerer. Ab dem Wettkampfbereich kaufen Sportler individuell, weil Gewebegewicht und Passform persönliche Entscheidungen sind. Dort ist ein dauerhafter Vereinsshop der bessere Weg als eine Sammelbestellung. Die Vereinskennzeichnung auf dem Rücken bleibt in beiden Fällen möglich, unterliegt im Wettkampf aber Vorgaben zu Position und Größe.
Eine Eigenheit bleibt, die es in keiner anderen Sportart gibt: der Gürtel überlebt den Anzug. Er wechselt mit dem Grad und nicht mit der Größe, wird über Jahre getragen und gehört der Person auch dann, wenn der Verein den Anzug gestellt hat. Für die Beschaffung heißt das, Gürtel getrennt zu führen und nicht als Zubehör eines Anzugs mitzubestellen. Gekauft werden sie in der Länge, die zweimal um die Taille reicht und beidseitig etwa eine Handspanne übrig lässt; bei Kindern ist das der Punkt, an dem am häufigsten danebengegriffen wird.
Im Gewebe und im Zweck. Ein Judogi ist aus schwerem Reiskorngewebe, weit geschnitten und an den Nähten verstärkt, weil er gegriffen und gezogen wird. Ein Karategi ist deutlich leichter und kürzer geschnitten, weil Bewegungsfreiheit vor Reißfestigkeit geht. Die beiden sind nicht austauschbar.
Nach Körpergröße in Zentimetern, nicht nach Konfektionsgröße: ein Anzug für 170 cm heißt „170". Dazu kommt der Einlaufzuschlag: unbehandelte Baumwolle verliert bei der ersten Wäsche merklich, weshalb oft eine Stufe zugelegt wird. Vorgewaschene Ware behält die Maße und kostet mehr.
Nein, er wird getrennt beschafft und nach Länge gewählt. Der Gürtel ist zugleich der Teil, der am längsten bleibt: er wechselt mit dem Grad, nicht mit dem Anzug, und überdauert damit meist mehrere Anzüge.
Die untere Klasse. Ein schwerer Anzug hält länger und ist gegen Griffe stabiler, aber im Training deutlich unangenehmer und teurer, für den Einstieg also unnötig. Wer nach zwei Jahren in den Wettkampf geht, kann dann gezielt aufrüsten.
Die Fachverbände machen Maßvorgaben zu Ärmel- und Hosenlänge und zur Weite der Jacke, und sie werden vor dem Kampf geprüft. Ein Anzug, der im Training passt, kann im Wettkampf zu kurz sein, weil er eingelaufen ist. Verbindlich ist die Ordnung des jeweiligen Fachverbands.
Ja, und für Anfängergruppen ist es üblich, weil ein einheitlicher Einstiegsanzug die Beschaffung für Eltern vereinfacht. Ab dem Wettkampfbereich kaufen Sportler individuell, weil Gewebegewicht und Passform persönliche Entscheidungen sind. Für den Verein bleibt dann der Vereinsshop als Weg.
Bei 30 bis 40 Grad ohne Weichspüler, und nicht im Trockner, weil Baumwolle dort weiter einläuft. Der Gürtel wird traditionell nicht gewaschen; praktisch ist gelegentliches Auslüften und bei Bedarf Handwäsche der sinnvollere Weg.
Uneingeschränkt, weil ein Anzug ein Einzelstück ist und nicht Teil eines Satzes, der über Jahre identisch bleiben muss. Anders als bei Trikots gibt es hier kein Nachbestellproblem: jeder Anzug steht für sich, siehe Restposten.
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