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Abschnitt 30 · Regeln

Blätter 3

Ausgabe immergültig

Trikotregeln im Amateursport: Farben, Nummern und Werbeflächen

Für Trikots gelten weniger Regeln, als im Verein oft angenommen wird, und die wenigen sind Beurteilungen statt Maße. Drei Themen entscheiden sich bei der Bestellung und lassen sich danach nicht mehr korrigieren: die Farben, die Nummern und die Werbeflächen.

Schiedsrichtertisch mit Pfeife, Notizbuch und zwei gefalteten Trikots in kollidierenden Farben
Abb. 1 · Geprüft wird nicht mit dem Zollstock, sondern vom Schiedsrichter: Unterscheidbarkeit und Lesbarkeit sind Beurteilungen.

Die Blätter dieses Abschnitts

Jedes Blatt beantwortet eine Entscheidung, die bei der Beschaffung ohnehin ansteht.

31

Trikotfarben und Kollision

Wann zwei Mannschaften klar unterscheidbar sind, warum Helligkeit vor Farbton geht und was für den Torwart gilt, mit Prüfer.

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33

Ausrüsterwechsel

Der Ablauf in sechs Schritten, die Fristen und was mit Restbestand und laufenden Sponsorverträgen geschieht.

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Warum die Regeln Beurteilungen sind und keine Maße

Wer in einer Spielordnung nach Zentimeterangaben für Rückennummern sucht, findet meist keine. Das ist kein Versäumnis, sondern Absicht: die Ordnungen verlangen Lesbarkeit und Unterscheidbarkeit, weil beides von Licht, Entfernung und Untergrund abhängt und sich nicht sinnvoll in eine Zahl fassen lässt. Eine dunkelblaue Nummer auf schwarzem Grund erfüllt jedes Höhenmaß und ist trotzdem unbrauchbar.

Für den Verein hat das eine praktische Folge: es gibt keine Prüfliste, mit der sich ein Entwurf formal freigeben lässt, sondern nur eine Abschätzung, wie viel Spielraum die Beurteilung am Spieltag noch hat. Genau dafür sind die Werkzeuge in diesem Abschnitt gebaut: sie liefern Zahlen als Entscheidungshilfe und sagen ausdrücklich, wo die Entscheidung liegt.

Die zweite Folge betrifft den Zeitpunkt. Alle drei Themen dieses Abschnitts werden bei der Bestellung entschieden, nicht im Spielbetrieb. Ein Trikot, dessen Nummer zu wenig Kontrast hat, bleibt so, weil bedruckte Ware nicht nachbesserungsfähig ist; eine Sponsorfläche, die die Kollektion nicht vorsieht, lässt sich nicht ergänzen. Wer die drei Blätter vor der Bestellung liest, braucht sie danach nicht mehr.

Wo die verbindliche Fassung steht, und warum nicht hier

Diese Blätter nennen keine Zentimeterzahl für eine Nummernhöhe und keine Quadratzentimeter für eine Werbefläche. Das liegt nicht an Vorsicht, sondern daran, wie die Ordnungen aufgebaut sind. Im Fußball steht an der Spitze die DFB-Spielordnung, und deren § 39 „Spiel- und Schiedsrichterkleidung“ sagt nicht, wie ein Trikot auszusehen hat. Er sagt, dass der DFB allgemeinverbindliche Vorschriften über Beschaffenheit und Ausgestaltung der Spielkleidung erlassen kann und dass das DFB-Präsidium sie auf Vorschlag des Spielausschusses beschließt.

Die Durchsetzung liegt eine Ebene tiefer. § 39b derselben Ordnung überträgt sie den Mitgliedsverbänden: sie sorgen für die Einhaltung, und über Verstöße entscheiden sie „im Rahmen ihrer Vorschriften“. Damit ist die Frage nach der konkreten Zahl an der richtigen Stelle beantwortet, nämlich nirgends im Bundesrecht des Verbands, sondern in der Spiel- oder Wettspielordnung des eigenen Landesverbands und in den Durchführungsbestimmungen der Liga, in der die Mannschaft spielt. Eine Zahl, die hier stünde, wäre für einen Teil der Leserschaft schlicht falsch.

In den anderen Sportarten ist die Bauform dieselbe, nur die Namen wechseln. Im Handball gelten die Internationalen Handballregeln in der deutschen IHF-Fassung, dazu das IHF-Ausrüstungsreglement für die Ausstattung und die DHB-Zusatzbestimmungen für das, was in Deutschland davon abweicht. Praktisch heißt das für einen Vorstand: auf der Seite des eigenen Landesverbands nach „Spielordnung“, „Durchführungsbestimmungen“ und „Ausführungsbestimmungen Werbung“ suchen. Diese drei Wörter führen in fast jedem Verband zu den Dateien, in denen die verbindliche Fassung steht.

Die Ordnungen im Wortlaut

  • Fußball: Satzung und Ordnungen des DFB. Die Spielkleidung steht in Heft 04, Spielordnung, §§ 39 und 39b; die Durchführungsbestimmungen liegen als eigenes Heft daneben.
  • Handball: Das Handball-Regelwerk beim DHB, mit den Internationalen Handballregeln und dem IHF-Ausrüstungsreglement, sowie die Satzung und Ordnungen des DHB für die Zusatzbestimmungen.
  • Der eigene Landesverband: dort steht die Fassung, die für das nächste Spiel tatsächlich gilt. Sie geht den beiden oberen Ebenen im Zweifel vor.

Häufige Fragen

Wo stehen die verbindlichen Trikotregeln?

In der Spiel- oder Wettspielordnung des jeweiligen Landesverbands, ergänzt um die Durchführungsbestimmungen der Liga. Die Formulierungen unterscheiden sich im Detail, die Kernpunkte stehen überall gleich: Nummern eindeutig, Mannschaften klar unterscheidbar, Werbung innerhalb der zugelassenen Flächen.

Wie streng werden Trikotregeln im Amateurbereich durchgesetzt?

Praktisch dort, wo sie den Spielbericht betreffen: eine doppelt vergebene Nummer wird vor Anpfiff korrigiert, eine Farbkollision führt zum Wechsel des Gastvereins. Weniger streng bei Größen und Positionen, weil dort kein Millimetermaß in der Ordnung steht, sondern eine Beurteilung.

Was passiert bei einem Regelverstoß?

Im Normalfall eine Korrektur vor dem Spiel, nicht eine Sanktion danach. Ein Spieler wechselt das Trikot, eine Mannschaft spielt im Auswärtssatz, ein Sponsorlogo wird abgeklebt. Ernst wird es erst, wenn ein Spiel deswegen nicht angetreten werden kann.

Gelten diese Regeln in allen Sportarten gleich?

Im Prinzip ja, in der Ausführung nicht. Nummerierung, Unterscheidbarkeit und Werbebeschränkungen finden sich in jeder Verbandsordnung, die Details unterscheiden sich: Handball kennt eigene Vorgaben zu Torwartkennzeichnung, Kampfsport zu Gürtel und Gewichtsklasse. Was pro Sportart abweicht, steht unter Sportarten.

Wer im Verein sollte die Regeln kennen?

Wer bestellt. Alle drei Themen, also Farbe, Nummer und Werbefläche, werden bei der Bestellung entschieden und lassen sich danach nicht mehr ändern, weil bedruckte Ware weder umtauschbar noch nachbesserungsfähig ist.

Ändern sich Trikotregeln häufig?

Selten und in kleinen Schritten. Die Grundsätze stehen seit Jahrzehnten; was sich bewegt, sind Werbebeschränkungen und die Behandlung neuer Flächen. Deshalb sind diese Blätter bewusst ohne Datum geschrieben: sie erklären die Systematik und verweisen für den Wortlaut auf die Ordnung des Verbands.