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Blatt 32 · Regeln

Ausgabe immergültig

Weiße Ausfertigung · Durchschlag rosa

Trikotwerbung im Amateursport: Flächen, Größen und Grenzen

Trikotwerbung ist im Amateursport weitgehend frei: die Verbände regeln nicht, wie groß eine Fläche sein darf, sondern dass sie die Mannschaft erkennbar und die Nummer lesbar lässt. Genau eine Verbotsregel ist eindeutig: die Rückennummer selbst bleibt frei.

Flach aufgestecktes Trikot mit leeren Werbeflächen, die mit magentafarbenem Klebeband auf Brust, Rücken und Ärmel abgesteckt sind, dazu ein Stahllineal
Abb. 1 · Die Fläche wird am Musterteil abgesteckt: Position und Maße gehören in die Vereinbarung, nicht in die Erinnerung.

Sechs Flächen und ihre Zulassung

Fünf sind offen, eine ist gesperrt, und die gesperrte ist die, an der Entwürfe scheitern.

Verbindlich ist die Ordnung des jeweiligen Landesverbands; diese Übersicht beschreibt die durchgehend übliche Praxis.
FlächeZulassungHinweis
Brust, mittig überall zugelassen Die Hauptfläche. Konkurriert mit nichts und ist deshalb der Standardplatz für den Hauptsponsor.
Rücken oberhalb der Nummer zugelassen, mit Auflage Darf die Rückennummer nicht anschneiden oder in ihrer Lesbarkeit beeinträchtigen; das ist die Auflage, die praktisch überall gilt.
Ärmel überall zugelassen Kleine Fläche, gut sichtbar in Nahaufnahmen. Üblicher Platz für einen Zweitsponsor.
Hosenbein überall zugelassen Wirtschaftlich attraktiv, weil der Druck dort länger hält als auf dem Trikot.
Kragen innen zugelassen Nicht als Werbefläche gedacht und dafür auch kaum geeignet; praktisch relevant nur für den Vereinsnamen.
Rückennummer selbst nicht zulässig Die Nummer darf keine Werbung tragen und nicht durch Werbung überlagert werden. Das ist die einzige klare Verbotsregel in diesem Bereich.

Was auf einem Trikot nicht stehen darf

Die Beschränkungen betreffen die Branche, nicht die Größe, und im Jugendbereich mehr als bei Erwachsenen.

01

Alkohol im Jugendbereich

Auf Trikots von Jugendmannschaften ausgeschlossen. Im Erwachsenenbereich zulässig, sofern die Verbandsordnung nichts anderes sagt.

02

Tabak und E-Zigaretten

Durchgehend ausgeschlossen, unabhängig von der Altersklasse.

03

Glücksspiel im Jugendbereich

Ausgeschlossen. Im Erwachsenenbereich abhängig von der Ordnung des Verbands und der Liga.

04

Politische Botschaften

Ausgeschlossen; Werbung ist auf gewerbliche Kennzeichnung begrenzt.

05

Inhalte gegen die Satzung

Ausgeschlossen. Der Verein haftet dafür, was auf seinen Trikots steht, unabhängig davon, wer dafür bezahlt hat.

Verbindlich ist der Verband

Werbebeschränkungen stehen in der Spielordnung des Landesverbands und in den Durchführungsbestimmungen der Liga. Die Systematik ist überall dieselbe, die Liste der ausgeschlossenen Branchen kann abweichen.

Der Grund für diese Arbeitsteilung steht in der DFB-Spielordnung selbst: § 39 ermächtigt den DFB, Vorschriften über die Ausgestaltung der Spielkleidung zu erlassen, und § 39b überträgt Einhaltung und Ahndung den Mitgliedsverbänden. Wer die für sein Spiel geltende Fassung sucht, sucht auf der Seite des eigenen Landesverbands nach „Ausführungsbestimmungen Werbung“ oder „Richtlinien für Trikotwerbung“. Wie die Ebenen zusammenhängen, steht im Abschnitt Regeln.

Warum auf dem Rücken der Platz zuerst knapp wird

Die Vorderseite eines Trikots hat viel Fläche und wenig Konkurrenz: Hauptsponsor mittig, Vereinswappen links, Herstellerlogo rechts, und alle drei stören sich nicht. Auf dem Rücken ist es umgekehrt. Dort liegen Rückennummer, Spielername und ein möglicher Zweitsponsor auf derselben Achse, und die Nummer hat Vorrang: sie darf weder angeschnitten noch in ihrem Kontrast beeinträchtigt werden.

Nahaufnahme einer leeren rechteckigen Stofffläche, die mit schmalem Klebeband an den Ecken auf einer Trikotbrust positioniert wird, daneben ein Stahllineal
Abb. 2 · Auf der Vorderseite konkurriert nichts. Genau deshalb landet der Hauptsponsor dort und der Zweitsponsor auf dem Ärmel.

Praktisch heißt das: von den drei Rückenelementen passen zwei. Nummer plus Name funktioniert, Nummer plus Zweitsponsor funktioniert, alle drei zusammen führen dazu, dass eines davon zu klein wird, meist der Name, manchmal die Nummer. Da die Nummer die einzige davon ist, die eine Vorgabe hat, entscheidet sich die Frage von selbst: wer einen Zweitsponsor auf dem Rücken verkauft, verzichtet auf den Spielernamen.

Der Ärmel ist deshalb die interessantere Zweitfläche, und das Hosenbein die wirtschaftlichste. Beide konkurrieren mit nichts, beide sind gut sichtbar, und das Hosenbein hält den Druck länger, weil die Stelle beim Waschen weniger scheuert. Wer im Verein einen zweiten Sponsor unterbringen muss, ohne den Rücken zu überladen, hat damit zwei Flächen zur Wahl; die Aufpreise dafür stehen unter Druckpreise, und wie sich beide Flächen im Entwurf verhalten, lässt sich im Designer ansehen.

Eine Frage bleibt, die keine Ordnung beantwortet: was geschieht, wenn der Sponsor vor dem Trikot geht. Bedruckt ist bedruckt, und ein abgeklebtes Logo sieht ein ganzes Jahr lang nach abgeklebtem Logo aus. Vereine, die das einmal erlebt haben, legen die Sponsorfläche deshalb auf ein Teil, das ohnehin kürzer lebt, oder vereinbaren eine Laufzeit, die zum Satz passt und nicht zum Kalenderjahr. Was dazu in die Vereinbarung gehört, steht unter Sponsoring.

Häufige Fragen

Welche Flächen für Trikotwerbung sind im Amateursport erlaubt?

Brust, Rücken oberhalb der Nummer, Ärmel und Hosenbein sind praktisch überall zugelassen. Nicht zulässig ist Werbung auf der Rückennummer selbst oder in einer Weise, die ihre Lesbarkeit beeinträchtigt; das ist die einzige klare Verbotsregel in diesem Bereich.

Wie groß darf eine Werbefläche sein?

Die Verbandsordnungen nennen für den Amateurbereich meist keine harten Maße, sondern verlangen, dass Werbung die Erkennbarkeit der Mannschaft und die Lesbarkeit der Nummer nicht beeinträchtigt. Verbindlich ist die Ordnung des jeweiligen Verbands; praktisch üblich sind Flächen, die die Brustbreite nicht überschreiten.

Darf ein Jugendtrikot Werbung tragen?

Ja, mit Einschränkungen bei der Branche: Alkohol und Glücksspiel sind auf Jugendtrikots ausgeschlossen, Tabak durchgehend. Zusätzlich ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten zur Verwendung von Fotos gesondert einzuholen, weil Trikotwerbung praktisch immer über Bilder wirkt.

Wer haftet für den Inhalt der Trikotwerbung?

Der Verein, unabhängig davon, wer dafür bezahlt hat. Deshalb gehört in eine Sponsorvereinbarung die Aussage, dass der Sponsor die Nutzungsrechte am Logo hat und dass der Inhalt den Verbandsvorgaben entspricht; die Punkte dazu stehen unter Sponsoring.

Darf die Werbung die Rückennummer überlagern?

Nein, und das ist der Punkt, an dem Entwürfe am häufigsten scheitern. Ein Zweitsponsor auf dem Rücken muss oberhalb der Nummer sitzen und darf sie weder anschneiden noch ihren Kontrast verringern. Wer beides plus Spielername unterbringen will, hat auf dem Rücken keinen Platz mehr.

Gilt für Torwarttrikots dasselbe?

Ja, mit einer praktischen Besonderheit: da das Torwarttrikot farblich von beiden Mannschaften abweicht, sitzt die Sponsorfläche dort auf einem anderen Grund und braucht eine eigene Kontrastentscheidung. Die Werbung darf dabei die Unterscheidbarkeit des Torhüters nicht beeinträchtigen.

Muss Trikotwerbung beim Verband angemeldet werden?

Im Amateurbereich in der Regel nicht als Einzelmaßnahme, wohl aber die Vereinsfarben. Ligaspezifische Durchführungsbestimmungen können abweichen. Bei einem größeren Sponsorvertrag lohnt eine Nachfrage beim Verband vor der Bestellung, nicht danach.

Was ist mit dem Logo des Ausrüsters?

Das Herstellerlogo gilt nicht als Trikotwerbung im Sinne der Ordnungen und ist deshalb unabhängig von den Werbeflächen zulässig. Praktisch belegt es allerdings Platz, meist die rechte Brustseite, und beeinflusst damit, wo das Vereinswappen sitzt.

Weiter im Abschnitt Regeln

Die übrigen Blätter dieses Abschnitts, dazu die beiden, die daneben am häufigsten gebraucht werden.