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Trikotfarben und Farbkollision: wann zwei Sätze unterscheidbar sind
Die Spielordnungen verlangen keine Kontrastzahl, sondern klare Unterscheidbarkeit, also eine Beurteilung. Messbar sind allerdings die beiden Größen, auf die das Auge des Schiedsrichters reagiert: der Helligkeitsunterschied und der Farbabstand. Genau die rechnet der Prüfer aus.
Feld 05 · Farbkollision
Trikotfarben prüfen: Heim gegen Auswärts
Beide Trikotfarben wählen. Der Prüfer rechnet Helligkeitsunterschied und Farbabstand aus und sagt, wie deutlich die Unterscheidung ausfällt. Die Entscheidung am Spieltag trifft der Schiedsrichter.
Ergebnis
Fünf typische Fälle von Farbkollision
Vier betreffen den Gegner, der fünfte den eigenen Torwart, und der wird am häufigsten übersehen.
| Fall | Worin das Problem liegt | Folge |
|---|---|---|
| Rot gegen Magenta | gleiche Helligkeit, geringer Farbabstand | Der klassische Kollisionsfall. Bei Flutlicht praktisch nicht trennbar. |
| Dunkelblau gegen Schwarz | beide sehr dunkel | Aus der Distanz identisch. Einer der beiden Sätze muss weichen. |
| Weiß gegen Hellgelb | beide sehr hell | Auf dem Rasen bei Sonne kaum unterscheidbar, in der Halle eher. |
| Grün gegen Rasen | kein Gegnerproblem, ein Sichtproblem | Betrifft nicht die Regel, aber die Spielübersicht, und Torwarttrikots besonders. |
| Torwart gegen Feldspieler | gilt gegen BEIDE Mannschaften | Der häufigste Fehler: der Torwartsatz wird nur gegen die eigene Mannschaft geprüft. |
Woher die Vorgabe kommt
Dass zwei Mannschaften klar unterscheidbar sein müssen, steht in der Spielordnung des eigenen Landesverbands, nicht in einer bundesweiten Zahl. Die DFB-Spielordnung ermächtigt in § 39 lediglich zu Vorschriften über die Spielkleidung und überträgt in § 39b die Durchsetzung den Mitgliedsverbänden. Deshalb gibt es keinen vorgeschriebenen Kontrastwert, den dieser Prüfer bestätigen könnte: er rechnet die beiden Größen aus, auf die das Auge reagiert, und die Beurteilung bleibt beim Schiedsrichter. Mehr zu dieser Arbeitsteilung im Abschnitt Regeln.
Warum Helligkeit vor Farbton kommt
Das menschliche Auge verarbeitet Helligkeitsunterschiede schneller und zuverlässiger als Farbunterschiede, und dieser Vorsprung wächst, sobald die Bedingungen schlechter werden. Bei Flutlicht, im Regen und aus dreißig Metern Entfernung bleibt vom Farbton wenig übrig, während hell gegen dunkel weiter funktioniert. Genau deshalb ist Rot gegen Magenta ein Problem und Weiß gegen Dunkelblau keines, obwohl der Farbabstand im ersten Fall messbar vorhanden ist.
Daraus folgt eine praktische Reihenfolge für die Farbwahl im Verein. Zuerst die Frage, ob der eigene Satz gegen die üblichen Gegnerfarben der Liga hell-dunkel getrennt ist, nicht, ob er gefällt. Dann der Torwart, und zwar gegen beide Feldspielersätze, weil er sich von beiden abheben muss und nicht nur von der eigenen Mannschaft. Und erst danach Hose und Stutzen, die in der Diskussion nie vorkommen und in Zweikämpfen sehr wohl eine Rolle spielen.
Der Prüfer oben liefert dafür zwei Zahlen und ein Urteil, aber kein Ergebnis im rechtlichen Sinn. Die Spielordnungen verlangen klare Unterscheidbarkeit und überlassen die Beurteilung dem Schiedsrichter am Spieltag. Es gibt keinen vorgeschriebenen Kontrastwert, den man erfüllen oder verfehlen könnte. Was die Zahlen leisten, ist eine Vorhersage darüber, wie viel Spielraum diese Beurteilung noch hat: bei einem Helligkeitsverhältnis über drei zu eins praktisch beliebig viel, unter eins komma acht praktisch keiner. Wer den Entwurf ohnehin noch offen hat, kann beide Sätze im Designer gegeneinander stellen, bevor bestellt wird.
Zwei Einschränkungen gehören zu diesen Zahlen dazu. Sie gelten für Bildschirmwerte, und derselbe Farbwert fällt auf offenem Mesh matter aus als auf glattem Interlock, weil die Oberfläche anders streut. Und sie rechnen mit reinen Flächen, während ein gestreiftes Trikot dem Auge zusätzliche Kanten anbietet, die die Unterscheidung erleichtern. Beides verschiebt das Ergebnis zugunsten des Entwurfs, nie zu seinen Lasten. Verbindlich bleibt die Musterkarte des Herstellers, und im Zweifel der Blick auf beide Sätze bei Tageslicht.
Häufige Fragen
Was verlangen die Spielordnungen zu Trikotfarben genau?
Im Kern eine Sache: die beiden Mannschaften müssen klar voneinander zu unterscheiden sein, und die Torhüter von beiden Mannschaften. Das ist eine Beurteilung, keine Messvorschrift; es gibt keinen vorgeschriebenen Kontrastwert. Der Prüfer oben liefert deshalb Zahlen als Entscheidungshilfe, nicht als Urteil.
Wer entscheidet bei Farbkollision, welche Mannschaft wechselt?
In der Regel der Gastverein, und die Spielordnungen der Landesverbände formulieren das entsprechend: der Heimverein spielt in seinen gemeldeten Farben, der Gast bringt einen abweichenden Satz mit. Deshalb gehört ein zweiter Satz in anderer Farbe zur Grundausstattung, sobald eine Mannschaft regelmäßig auswärts spielt.
Warum ist Helligkeit wichtiger als der Farbton?
Weil das Auge Helligkeitsunterschiede zuerst und zuverlässiger verarbeitet, besonders bei schlechtem Licht, Regen und aus dreißig Metern. Zwei Farben mit gleichem Helligkeitswert und unterschiedlichem Ton sind bei Flutlicht kaum trennbar, während hell gegen dunkel auch im Dämmerlicht funktioniert.
Gilt die Prüfung auch für Hose und Stutzen?
Ja, und sie wird dort oft übersehen. Zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Trikots und identisch schwarzen Hosen sind in Zweikämpfen und auf Fotos schwerer zu trennen, als es wirkt. Der Prüfer rechnet deshalb alle drei Teile getrennt.
Was gilt für den Torwart?
Er muss sich von beiden Feldspielersätzen UND von den Schiedsrichtern abheben. Das ist die Vorgabe, die am häufigsten verletzt wird, weil der Torwartsatz meist nur gegen die eigene Mannschaft geprüft wird. Der Prüfer stellt ihn deshalb gegen beide Sätze und weist den schlechteren Wert aus.
Welche Farbe ist für Torwarttrikots am sichersten?
Eine, die weder in der eigenen noch in der üblichen Gegnerpalette vorkommt: praktisch heißt das meist Neongelb, Neongrün oder Orange. Diese Töne sind zugleich die einzigen, die sich vom Rasen abheben, was für die Spielübersicht relevant ist, auch wenn keine Regel es verlangt.
Muss ein Verein zwei Trikotsätze haben?
Vorgeschrieben ist es nicht, praktisch unvermeidlich für jede Mannschaft, die regelmäßig auswärts spielt. Ein günstiger Weg dazu ist ein ausgelaufener Satz in anderer Farbe als Zweitsatz; siehe Restposten und Ausrüsterwechsel.
Wie werden Vereinsfarben überhaupt festgelegt?
Über die Meldung beim Verband, und dort sind sie mehr als eine Vorliebe: sie bestimmen, wer bei Kollision wechseln muss. Wer die Farben ändert, sollte deshalb vorher prüfen, wie viele Gegner in der Liga denselben Ton führen. Die Kollisionen kommen sonst über die ganze Saison verteilt.
Weiter im Abschnitt Regeln
Die übrigen Blätter dieses Abschnitts, dazu die beiden, die daneben am häufigsten gebraucht werden.