Vereinsfarben Direkt zum Blatt

Blatt 13 · Gestalten

Ausgabe immergültig

Weiße Ausfertigung · Durchschlag rosa

Trikot bedrucken: Flock, Siebdruck und die Haltbarkeit der Verfahren

Wer ein Trikot bedrucken lassen will, wählt nicht zwischen fünf Preisen, sondern zwischen fünf Standzeiten. Welches Verfahren die dritte Saison übersteht, hängt an Farbanzahl, Stückzahl und daran, wie der Satz gewaschen wird. Die Übersicht dazu, samt Waschtemperaturen und Positionen auf dem Trikot.

Geöffnete Transferpresse mit einem Trikot auf der Platte, daneben ein Stapel Folienbogen in Weiß, Dunkelgrau und Magenta mit Skalpell und Entgitterhaken
Abb. 1 · Die Presse ist bei jedem Folienverfahren dieselbe. Unterschiedlich ist nur, was auf ihr liegt und wie lange es die Wäsche übersteht.

Fünf Verfahren, um ein Trikot bedrucken zu lassen

Prinzip, Haltbarkeit und Waschempfehlung je Verfahren; die Reihenfolge folgt der Häufigkeit im Amateursport.

Haltbarkeit bezieht sich auf wöchentliche Wäsche über eine Amateursaison, nicht auf Laborwerte.
VerfahrenPrinzipHaltbarkeitWäsche
Flock Eine beflockte Folie wird unter Hitze und Druck aufgebracht. Die Oberfläche ist samtig und fühlbar erhaben. mittel kalt bis 30 °C, links gedreht, kein Trockner
Flex Eine dünne, glatte Folie, ebenfalls per Transferpresse aufgebracht, dieselbe Technik wie Flock, nur ohne Faserflor. mittel bis hoch kalt bis 30 °C, links gedreht, kein Trockner
Sublimation Farbe geht bei etwa 200 °C gasförmig in die Polyesterfaser über. Der Druck sitzt IN der Faser, nicht darauf. sehr hoch bis 40 °C unkritisch, Trockner meist unbedenklich
Siebdruck Farbe wird mit einer Rakel durch ein Sieb auf den Stoff gedrückt, je Farbe ein eigenes Sieb. hoch bis 40 °C, links gedreht
Transferdruck Ein digital gedrucktes Motiv wird per Hitze vom Trägerpapier auf das Textil übertragen. niedrig bis mittel kalt, links gedreht, kein Trockner, nicht bügeln

Haltbarkeit im Alltag: wofür Flock, Flex und Siebdruck taugen

Die Schwäche ist meist der wichtigere Teil, weil sie erst nach der Bestellung sichtbar wird.

01

Flock

Stark bei: Nummern und Namen, einfarbige Schriftzüge, gute Lesbarkeit auch aus Entfernung

Grenze: Die Kanten heben sich zuerst, besonders an den Ecken von Ziffern. Bei hoher Wäschefrequenz das erste Verfahren, das sichtbar altert.

02

Flex

Stark bei: feine Konturen, Vereinswappen mit klaren Kanten, Zweifarbigkeit durch Übereinanderlegen

Grenze: Auf sehr elastischem Gewebe kann die Folie bei Dehnung reißen. Große Flächen wirken auf dem Trikot als geschlossener Film und sind weniger atmungsaktiv.

03

Sublimation

Stark bei: ganzflächige Muster, Farbverläufe, Fotomotive, Trikots die viele Saisons laufen sollen

Grenze: Funktioniert nur auf Polyester und nur auf hellem Grund: auf schwarzem Gewebe ist kein Weiß möglich. Wird bei der Konfektion aufgebracht, nachträglich also nicht machbar.

04

Siebdruck

Stark bei: große Stückzahlen mit wenigen Farben, je mehr Teile desto günstiger pro Stück

Grenze: Einrichtungskosten je Farbe. Für zwanzig Trikots mit vier Farben ist es das teuerste Verfahren, für vierhundert das günstigste.

05

Transferdruck

Stark bei: bunte Einzelstücke, Nachzügler, kurzfristige Sonderteile

Grenze: Die kürzeste Standzeit von allen. Bei häufiger Wäsche blasst das Motiv und die Trägerschicht wird matt.

Flock oder Flex: warum die Nummernkante zuerst aufgeht

Alle Folienverfahren, Flock wie Flex, sitzen mit einer Klebeschicht auf dem Gewebe. Diese Schicht ist am stabilsten dort, wo die Fläche geschlossen ist, und am schwächsten an der Kante, weil dort Wasser, Waschmittel und Reibung gleichzeitig angreifen. Ziffern haben besonders viel Kante im Verhältnis zur Fläche, und Innenecken wie bei einer Vier oder einer Sieben sind die anfälligsten Stellen überhaupt.

Nahaufnahme einer samtigen Flockapplikation auf weißem Funktionsgewebe, deren Kante sich nach vielen Wäschen leicht abhebt
Abb. 2 · Der typische Beginn: eine Kante hebt sich, die Fläche ist noch intakt. Ab hier arbeitet jede Wäsche dagegen.

Ob Flock oder Flex gewählt wird, ändert daran wenig, beide sitzen auf derselben Klebeschicht. Daraus folgt eine Reihenfolge, die im Verein wenig kostet und viel bringt. Erstens: nie über 30 °C und nie in den Trockner, weil beides direkt an der Klebeschicht arbeitet. Zweitens: links gedreht waschen, damit die Kanten nicht an anderen Trikots scheuern. Drittens: nicht über den Druck bügeln, auch nicht mit Tuch; und wenn doch, dann von der Rückseite. Viertens: einen Satz nie halb nass zusammenlegen, weil die Feuchtigkeit unter der Folie bleibt.

Wer ein Trikot bedrucken lassen will und weiß, dass der Satz drei oder vier Jahre laufen soll, kommt an dieser Rechnung nicht vorbei: Sublimation kostet bei der Erstbestellung mehr und ist danach wartungsfrei, Folie ist billiger und altert sichtbar. Bei einem Satz, der nach zwei Jahren ohnehin ersetzt wird, ist Folie die richtige Antwort. Bei einem Satz für die Jugend, der weitergegeben wird, nicht. Die Zahlen dazu stehen im Druckpreis-Rechner, die Regeln zur Ausführung der Nummern unter Rückennummern und Namen.

Positionen auf dem Trikot

Acht Flächen, die im Amateursport tatsächlich bedruckt werden, jede mit eigener Auswirkung auf Preis und Haltbarkeit.

Fläche

Rückennummer

Pflicht im Spielbetrieb. Groß, kontrastreich, aus zehn Metern lesbar.

Fläche

Brustnummer

In manchen Sportarten und Ligen zusätzlich verlangt, kleiner ausgeführt.

Fläche

Spielername

Optional, sitzt über der Rückennummer. Erhöht den Aufpreis pro Trikot deutlich, weil jedes Teil ein Einzelstück wird.

Fläche

Vereinswappen

Meist links auf der Brust. Der Punkt, an dem eine Vektordatei gebraucht wird.

Fläche

Hauptsponsor

Brust, mittig. Die größte Fläche und meist die Bedingung für das Sponsoring.

Fläche

Zweitsponsor

Rücken oberhalb der Nummer oder Ärmel; darf die Nummer nicht anschneiden.

Fläche

Ärmel

Kleine Flächen für Zusatzsponsoren oder Ligalogos.

Fläche

Hosenbein

Häufig unterschätzt: hält lange, weil die Stelle beim Waschen weniger scheuert.

Häufige Fragen

Wie oft kann man ein Trikot bedrucken lassen und wie lange hält der Druck?

Als Orientierung über eine Amateursaison mit wöchentlicher Wäsche: Sublimation überlebt die Lebensdauer des Trikots, Siebdruck und Flex halten in der Regel mehrere Saisons, Flock zeigt nach ein bis zwei Saisons Kantenablösung, Transferdruck am schnellsten. Entscheidend ist weniger die Zahl der Wäschen als die Temperatur und ob getrocknet wird.

Flock oder Flex: was ist für Nummern besser?

Für reine Nummern ist Flock die klassische Wahl, weil die samtige Oberfläche auch bei Flutlicht kontrastreich bleibt und nicht spiegelt. Flex ist die bessere Wahl, sobald feine Formen dazukommen: schmale Ziffern, ein Wappen mit dünnen Linien, zwei Farben übereinander. Wer Flock oder Flex an derselben Stelle mischt, bekommt zwei unterschiedliche Alterungsbilder auf einem Trikot.

Warum lässt sich ein dunkles Trikot nicht sublimieren?

Weil Sublimationsfarbe transparent in die Faser eingeht und keine Deckkraft besitzt. Auf weißem Polyester ergibt sie das volle Farbspektrum, auf dunklem Grund verschwindet sie. Deshalb werden dunkle Trikots mit Sublimationsmuster nicht bedruckt, sondern aus bereits bedruckter Ware konfektioniert.

Darf ein bedrucktes Trikot in den Trockner?

Bei Flock, Flex und Transfer besser nicht, denn die Hitze arbeitet an derselben Klebeschicht, mit der der Druck aufgebracht wurde. Sublimierte Trikots sind unkritisch. Da ein Mannschaftssatz meist gemischt bedruckt ist, lautet die praktikable Hausregel für den Verein: nie trocknen, immer links gedreht, nie über 30 °C.

Was kostet es, ein Trikot bedrucken zu lassen?

Der Aufpreis hängt an Verfahren, Zahl der Positionen, Stückzahl und Farbanzahl, nicht an einem Pauschalpreis pro Trikot. Auf Druckpreise steht ein Rechner, der diese vier Größen zusammenführt und den Aufpreis je Trikot und für den ganzen Satz ausgibt.

Kann ein alter Druck entfernt und ersetzt werden?

Bei Flock und Flex lässt sich eine Folie mit Hitze und Lösemittel oft ablösen, meist bleibt aber ein Schatten im Gewebe, der bei hellen Trikots sichtbar ist. Siebdruck und Sublimation sind nicht entfernbar. Wer mit wechselnden Sponsoren rechnet, plant die Fläche deshalb von Anfang an als Folie ein.

Welche Datei braucht der Druckdienstleister?

Eine Vektordatei, also SVG, EPS, AI oder PDF mit Vektorinhalt, weil sie sich verlustfrei auf Trikotgröße bringen lässt. Pixeldateien funktionieren nur, wenn sie in der Endgröße mindestens 300 dpi haben; ein Logo aus der Vereinswebsite erfüllt das praktisch nie.

Ist Stickerei eine Alternative zum Bedrucken?

Auf Präsentationsjacken, Polos und Taschen ja, dort hält Stickerei sehr lange und wirkt hochwertiger. Auf Spieltrikots aus dünnem Funktionsgewebe nicht: die Stiche versteifen die Stelle, machen sie schwerer und schließen sie gegen Luftdurchlass. Für Nummern ist Stickerei zudem unwirtschaftlich, weil jede Ziffer ein eigenes Stickprogramm braucht.