01
Bestand aufnehmen
Vor allem anderen: was ist vorhanden, in welchen Größen, in welchem Zustand. Ohne diese Liste lässt sich weder verhandeln noch der Wechselzeitpunkt bestimmen.
Blatt 33 · Regeln
Ausgabe immergültig
Weiße Ausfertigung · Durchschlag rosa
Ein Ausrüsterwechsel ist keine Verhandlung, sondern ein Ablauf mit sechs Schritten, und einer davon entscheidet über alles andere: der Zeitpunkt. Wer mitten in der Saison wechselt, hat einen Spielsatz aus zwei Serien, und der fällt farblich auseinander.
Die Reihenfolge ist nicht beliebig: Schritt eins liefert die Grundlage für Schritt vier.
01
Vor allem anderen: was ist vorhanden, in welchen Größen, in welchem Zustand. Ohne diese Liste lässt sich weder verhandeln noch der Wechselzeitpunkt bestimmen.
02
Bestehende Vereinbarungen mit Ausrüster und Sponsoren haben Enden. Ein Wechsel vor Ablauf ist möglich, kostet aber meist die Restlaufzeit.
03
In die Sommerpause, nie mitten in die Saison. Ein gemischter Spielsatz aus zwei Serien fällt farblich auseinander und ist im Spielbetrieb unbrauchbar.
04
Mindestens zwei, und mit derselben Stückliste, sonst sind sie nicht vergleichbar. Die Merkmale dafür stehen bei den Kollektionen.
05
Was mit vorhandener Ware geschieht: weiter im Training tragen, an Jugendmannschaften weitergeben, verkaufen. Alle drei sind legitim, aber es muss entschieden werden.
06
Mannschaften, Eltern und Sponsoren wissen vorher, was ab wann getragen wird. Der häufigste Ärger entsteht aus fehlender Ankündigung, nicht aus der Entscheidung.
Zeitrechnung
Von der Entscheidung bis zum ersten Spiel im neuen Satz sind drei bis vier Monate realistisch. Wer im Mai beginnt, spielt zum Saisonstart im neuen Satz; wer im Juli beginnt, nicht.
Alle fünf sind legitim. Der Fehler ist nicht die Wahl, sondern keine zu treffen.
| Weg | Wann möglich | Hinweis |
|---|---|---|
| Weiter im Training tragen | immer möglich | Trainingskleidung muss nicht einheitlich sein. Der einfachste und günstigste Weg, den Rest zu nutzen. |
| An Jugendmannschaften geben | wenn Größen passen | Funktioniert gut bei Trainingsware, schlecht bei Spielsätzen: die Jugend braucht einen vollständigen Satz, keinen halben. |
| Als Zweitsatz behalten | bei Farbkollision nützlich | Ein alter Satz in anderer Farbe löst genau das Problem, für das sonst ein Auswärtssatz gekauft wird. |
| An Mitglieder verkaufen | zum Selbstkostenpreis | Unproblematisch, solange kein Aufschlag genommen wird. Sonst entsteht ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb. |
| Spenden oder entsorgen | letzter Weg | Bedruckte Ware mit Sponsornamen ist außerhalb des Vereins schwer weiterzugeben, und das begrenzt die Möglichkeiten. |
Ein Ausrüsterwechsel kostet in der Sommerpause den Preis eines neuen Satzes und mitten in der Saison deutlich mehr. Der Grund ist nicht der Einkauf, sondern die Übergangszeit: solange ein Teil der Mannschaft in der alten und ein Teil in der neuen Serie spielt, braucht der Verein beide Sätze vollständig, und im Spielbetrieb ist ein gemischter Satz ohnehin nicht brauchbar, weil dieselbe Farbbezeichnung zwischen zwei Herstellern anders ausfällt.
Der zweite Kostentreiber ist die Reihenfolge innerhalb des Ablaufs. Wer Angebote einholt, bevor der Bestand erfasst ist, bekommt Angebote über die falsche Menge, und wer die Größen erst nach dem Beschluss erhebt, verliert genau die drei Wochen, die am Ende zwischen Saisonstart und Lieferung fehlen. Die Bestandsliste ist deshalb Schritt eins, obwohl sie die langweiligste Arbeit im ganzen Vorgang ist.
Bleibt der Punkt, der beim Wechsel am häufigsten übersehen wird: laufende Sponsorflächen. Sie hängen nicht am Hersteller, sondern an Position und Größe, und beides muss die neue Kollektion hergeben. Eine Linie, die keine Rückenfläche oberhalb der Nummer vorsieht, macht einen bestehenden Zweitsponsorvertrag unerfüllbar, und das fällt erst auf, wenn bestellt ist. Wer die Flächen aus der bestehenden Vereinbarung vor der Auswahl neben die Kollektionsmerkmale legt, vermeidet den einzigen Fehler in diesem Ablauf, der sich nicht mehr korrigieren lässt. Was die Verbände an Flächen überhaupt zulassen, steht unter Trikotwerbung.
In der Sommerpause, mit Vorlauf von zwei bis drei Monaten für Bestellung und Lieferung. Ein Wechsel mitten in der Saison bedeutet, dass ein Teil der Mannschaft in der alten und ein Teil in der neuen Serie spielt; farblich fällt das auseinander, und im Spielbetrieb ist ein gemischter Satz nicht brauchbar.
Wenn eine Vereinbarung mit Laufzeit besteht: ja, und zu der darin genannten Frist. Ohne schriftliche Vereinbarung gibt es formal nichts zu kündigen, aber eine Ankündigung ist sinnvoll, weil dieselben Anbieter oft auch die Nachbestellung des alten Satzes abwickeln, und die wird nach einem stillen Wechsel unangenehm.
Sie laufen weiter, denn sie betreffen die Fläche, nicht den Hersteller. Praktisch heißt das: die Sponsorfläche muss auf dem neuen Trikot in derselben Größe und Position verfügbar sein. Das gehört vor der Auswahl geklärt, nicht danach; die Flächen stehen unter Sponsoring.
Fünf Wege sind gangbar, und alle fünf sind legitim: weiter im Training tragen, an Jugendmannschaften geben, als Zweitsatz gegen Farbkollision behalten, zum Selbstkostenpreis an Mitglieder abgeben, spenden. Die Entscheidung muss nur getroffen werden: ein Restbestand, über den niemand entscheidet, bleibt zwei Jahre in einer Kiste liegen.
Für unterschiedliche Bereiche ja: Spielkleidung von einem, Bälle und Taschen von einem anderen. Innerhalb eines Spielsatzes nein, weil Trikot, Hose und Stutzen zweier Hersteller farblich nicht zusammenpassen; dieselbe Farbbezeichnung fällt unterschiedlich aus.
Mindestens zwei, und mit identischer Stückliste. Ohne dieselbe Liste sind Angebote nicht vergleichbar, weil eines die Rückennummer im Preis führt und das andere nicht. Was in eine vergleichbare Liste gehört, steht unter Trikotsatz kalkulieren.
Nur wenn der Verein es will. Der Wechsel ist der einzige natürliche Anlass, die Farbe zu überprüfen, weil ohnehin alles neu bestellt wird. Aber jede Farbänderung erzeugt einen Bruch zu vorhandener Präsentations- und Casual-Kleidung, die niemand gleichzeitig ersetzt. Wer die Farbe ändert, sollte die Kollisionsfrage mitprüfen, siehe Trikotfarben.
Von der Entscheidung bis zum ersten Spiel im neuen Satz sind drei bis vier Monate realistisch: Angebote einholen, im Vorstand beschließen, Größen erfassen, bestellen, Lieferzeit, Druck. Wer im Mai beginnt, spielt zum Saisonstart im neuen Satz. Wer im Juli beginnt, nicht.
Die übrigen Blätter dieses Abschnitts, dazu die beiden, die daneben am häufigsten gebraucht werden.