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Blatt 34 · Regeln

Ausgabe 07.09.2026

Weiße Ausfertigung · Durchschlag rosa

Trikotwerbung im Amateurfußball: was erlaubt ist und was nicht

Im Fußball beantwortet der DFB diese Frage nicht. Er ermächtigt nur, die Einzelheiten bestimmen die Landesverbände, und geahndet wird auf Kreisebene. Wer weiß, wo er nachschlägt, klärt die Sache in zehn Minuten statt in einer Vorstandssitzung.

Zusammengelegtes cremefarbenes Fußballtrikot, dessen Brustfläche mit hellem Klebeband als leeres Rechteck abgesteckt ist, daneben eine Schiedsrichterpfeife
Abb. 1 · Erlaubt ist nicht, was der Verein plant, sondern was die Ordnung seines Landesverbands zulässt.

Vier Ebenen, und nur eine davon ist verbindlich

Die Frage „ist das erlaubt?“ hat im Fußball vier mögliche Adressaten. Zuständig ist der zweite.

Die Reihenfolge ist die der Rechtsetzung, nicht die der Zuständigkeit: entschieden wird auf der zweiten Zeile.
Ebene Regelt Für den Verein
DFB Rahmen und Ermächtigung. Die Spielordnung erlaubt Vorschriften über die Ausgestaltung der Spielkleidung und überträgt Einhaltung und Ahndung den Mitgliedsverbänden. nicht nachzuschlagen
Landesverband Die Ausführungsbestimmungen zur Werbung: welche Flächen, welche Branchen, welche Altersklassen. Das ist der Text, der gilt. verbindlich
Kreis und Staffel Durchführungsbestimmungen der Spielklasse. Sie ergänzen, sie widersprechen nicht, und sie sind der Ort für Besonderheiten einzelner Ligen. ergänzend
Schiedsrichter Die Entscheidung am Spieltag über Lesbarkeit und Unterscheidbarkeit. Er legt keine Maße an, er beurteilt. am Spieltag

Fünf Fragen, bevor der Satz bestellt wird

Alle fünf lassen sich vor der Bestellung beantworten. Danach keine mehr.

01

In welchem Landesverband spielt die Mannschaft?

Im Ruhrgebiet läuft die Grenze mitten durch das Revier: Dortmund, Bochum und Gelsenkirchen gehören nach Westfalen, Duisburg, Essen und Oberhausen an den Niederrhein. Zwei Vereine, zwanzig Kilometer auseinander, schlagen in zwei verschiedenen Ordnungen nach.

02

Betrifft die Fläche die Rückennummer?

Das ist die einzige durchgehend harte Vorgabe. Die Nummer darf weder überdruckt noch angeschnitten noch in ihrem Kontrast beeinträchtigt werden. Welche Flächen daneben üblich sind, steht unter Trikotwerbung.

03

Wird der Satz auch von einer Jugendmannschaft getragen?

Wenn ja, gilt die strengere Liste, und zwar für den ganzen Satz. Ein Trikot, das im A-Jugend-Spiel getragen wird, ist ein Jugendtrikot, auch wenn es für die Zweite bestellt wurde.

04

Ist die Branche des Sponsors betroffen?

Alkohol, Tabak und Glücksspiel sind die drei, an denen sich das entscheidet. Im Zweifel klärt eine kurze Anfrage beim Staffelleiter mehr als eine lange Diskussion im Vorstand.

05

Passt die Laufzeit zum Satz?

Eine Werbefläche überlebt den Vertrag nicht, sie überlebt ihn nur optisch. Was dazu in die Vereinbarung gehört, steht unter Sponsoring.

Keine Rechtsauskunft

Dieses Blatt beschreibt die durchgehend übliche Systematik. Verbindlich ist allein die jeweils geltende Fassung der Ordnung des eigenen Landesverbands, und sie kann von der Beschreibung hier abweichen.

Wo die Systematik herkommt

Die Arbeitsteilung zwischen Bundes- und Landesverband ist keine Gewohnheit, sondern steht in der Ordnung selbst.

  • Die Satzung und Ordnungen des DFB enthalten die Spielordnung, die zu Vorschriften über die Ausgestaltung der Spielkleidung ermächtigt und die Einhaltung den Mitgliedsverbänden überträgt. Daraus folgt, dass die Antwort für ein Kreisligaspiel nicht dort steht.
  • Die Ausführungsbestimmungen zur Werbung veröffentlicht jeder Landesverband unter seinen Satzungen und Ordnungen. Für das Ruhrgebiet sind das der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen und der Fußballverband Niederrhein, beide im Westdeutschen Fußballverband.
  • Die Durchführungsbestimmungen der Spielklasse gibt der zuständige Kreis heraus, meist vor Saisonbeginn. Sie sind der kürzeste Text der drei und der einzige, der sich jährlich ändert.

Warum die Jugend die eigentliche Grenze zieht

Im Erwachsenenbereich ist Trikotwerbung im Fußball weitgehend offen. Die Liste der ausgeschlossenen Branchen ist kurz, die Flächen sind nicht vermessen, und der praktische Streit dreht sich fast immer um Position und Größe statt um Zulässigkeit. In der Jugend kehrt sich das um: dort ist die Fläche selten das Problem und die Branche fast immer.

Ärmel eines cremefarbenen Sporttrikots, auf dem ein magentafarbener Klebestreifen eine kleine Werbefläche markiert
Abb. 2 · Der Ärmel ist die Fläche, die im Jugendbereich am häufigsten übrig bleibt.

Der Grund ist praktisch und nicht moralisch: ein Verein bestellt selten getrennte Sätze. Er bestellt einen Satz in mehreren Größenläufen, und der wandert durch die Mannschaften. Sobald eine Jugendmannschaft darin spielt, gilt für dieses Trikot die Jugendliste, und zwar unabhängig davon, für wen es ursprünglich gedacht war. Vereine, die das übersehen, merken es im ersten Spiel, in dem die A-Jugend in den Trikots der Zweiten aushilft.

Die saubere Lösung kostet nichts und besteht aus zwei Sätzen in der Vereinbarung: der Sponsor erhält die Flächen der Seniorenmannschaften, und die Jugendtrikots bleiben ausgenommen. Damit ist die Frage geklärt, bevor sie entsteht, und der Sponsor weiß, was er bekommt. Wer stattdessen hofft, dass niemand nachfragt, verlässt sich darauf, dass weder ein Schiedsrichter noch ein gegnerischer Betreuer hinsieht, und das ist eine schlechte Grundlage für einen Satz, der drei Saisons hält.

Bleibt der Fall, in dem der Sponsor die Jugend ausdrücklich will, weil dort die Familien sind. Dann bleibt die Fläche auf dem Trikot gesperrt, und es bleiben die Wege daneben: Bandenwerbung, Nennung auf der Vereinsseite, ein Beitrag zu einem Turnier. Wie sich so etwas rechnen und verhandeln lässt, ohne dass der Verein einen Wunschbetrag in den Raum stellt, steht unter Vereinssponsoring im Wandel, und was die Fläche im Druck kostet, unter Druckpreise.

Häufige Fragen

Wer entscheidet im Amateurfußball über Trikotwerbung?

Der eigene Landesverband. Der DFB setzt den Rahmen und ermächtigt in seiner Spielordnung zu Vorschriften über die Spielkleidung; die Einzelheiten und die Ahndung liegen bei den Mitgliedsverbänden. Für ein Pflichtspiel gilt deshalb die Fassung des Verbands, in dem die Mannschaft spielt, und nicht die eines Nachbarverbands.

Wo finde ich die für meinen Verein geltende Fassung?

Auf der Seite des eigenen Landesverbands unter den Satzungen und Ordnungen, meist als „Ausführungsbestimmungen Werbung“ oder „Richtlinien für Trikotwerbung“. Ergänzend gelten die Durchführungsbestimmungen der Spielklasse, die der Kreis oder die Staffel herausgibt. Beide Dokumente zusammen sind die verbindliche Auskunft.

Muss Trikotwerbung genehmigt werden?

Im Regelfall nicht. Die Ordnungen arbeiten mit allgemeinen Vorgaben statt mit Einzelgenehmigungen: wer sie einhält, braucht niemanden zu fragen. Eine Vorlage lohnt sich trotzdem in zwei Fällen, nämlich bei einer ungewöhnlichen Fläche und bei einer Branche, die in der Nähe der ausgeschlossenen liegt.

Was ist auf Jugendtrikots im Fußball ausgeschlossen?

Werbung für Alkohol, Tabak und Glücksspiel. Diese drei sind in den Ausführungsbestimmungen der Landesverbände durchgehend ausgenommen, und sie sind auch der Punkt, an dem ein sonst unproblematischer Sponsor für die Jugend ausfällt. Tabak ist zusätzlich im Erwachsenenbereich ausgeschlossen.

Kann ein Sponsor auf dem Herrentrikot stehen und auf dem Jugendtrikot nicht?

Ja, und das ist der übliche Weg. Der Verein vereinbart die Fläche für die Seniorenmannschaften und nimmt die Jugend ausdrücklich aus. Wichtig ist, dass diese Trennung in der Vereinbarung steht, weil ein Sponsor sonst davon ausgeht, dass er den ganzen Verein bekommt.

Was passiert bei einem Verstoß?

Am Spieltag entscheidet der Schiedsrichter, ob gespielt wird, notfalls mit Überkleben der beanstandeten Fläche. Danach ist es eine Sache des Sportgerichts des zuständigen Kreises, und die übliche Folge ist eine Geldstrafe für den Verein. Der Sponsor haftet dafür nicht; es ist das Trikot des Vereins.

Gilt das auch für Freundschaftsspiele und Turniere?

Die Ordnungen binden Pflichtspiele. Bei Freundschaftsspielen und vereinseigenen Turnieren ist der Verein freier, nur nützt ihm das wenig: bedruckt ist bedruckt, und derselbe Satz wird danach im Pflichtspielbetrieb getragen. Praktisch entscheidet deshalb die strengere Vorgabe.